Sie tragen rote Fesse, fahren auf winzigen Motorrädern durch Festumzüge und betreiben ein weltweites Netzwerk von Kinderspitälern. Die Shriners sind eine der ungewöhnlichsten und sympathischsten Organisationen weltweit – und sie entstammen der freimaurerischen Tradition.
Ursprung: Ein Witz wird zur Weltbewegung
Die Geschichte der Shriners beginnt 1870 in New York – und sie beginnt, gemäss Überlieferung, mit einem Witz. Die Schauspieler William Florence und Billy Munn waren auf einer Reise durch den Nahen Osten, als sie von einem arabischen Geschäftsmann zu einem Bankett eingeladen wurden, das mit exotischen Riten und viel Humor verbunden war. Zurück in den USA überlegten sie: Was wäre, wenn Freimaurer so eine lockere, fröhliche Gesellschaft gründen würden?
1872 gründeten sie gemeinsam mit dem Arzt Walter Fleming in New York das «Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine» – die Shriners. Das orientalisch anmutende Kostüm (Fes, Säbel, Halbmond) und die humorvolle Atmosphäre unterschieden sich bewusst vom ernsten Charakter der regulären Freimaurerei.
Voraussetzung: Zuerst Freimaurer
Um Shriner zu werden, muss man zunächst in der Freimaurerei die höheren Grade erreicht haben. In den meisten Obödienzen ist der 32. Grad (Scottish Rite) oder der Knight Templar-Grad (York Rite) Voraussetzung. Shriners sind also keine Alternative zur Freimaurerei, sondern eine Ergänzung – ein «Appendant Body».
Shriners International Hospitals for Children
Was als gesellige Bruderschaft begann, wurde zu einem der grössten Charity-Netzwerke der Welt. 1922 eröffnete das erste Shriners-Kinderspital in Shreveport, Louisiana. Heute betreibt Shriners International 22 Kinderspitäler in den USA, Kanada, Mexiko und dem Jemen.
Diese Spitäler behandeln Kinder mit Verbrennungen, orthopädischen Problemen, Querschnittslähmungen und Nervenschäden – unabhängig von der Fähigkeit der Familie, die Behandlung zu bezahlen. Allein in der Schweiz und Europa hat die «Shriners Europe»-Organisation über die Jahre Millionen von Franken für diese Kinderspitäler gesammelt.
Shriners Europe – die Schweizer und europäische Gemeinschaft
Shriners Europe vereint Mitglieder aus verschiedenen europäischen Ländern. Festumzüge, Motocorsi und gesellige Anlässe stehen neben ernsthaftem Engagement für kranke Kinder. Der rote Fes – das unverkennbare Erkennungszeichen – ist dabei ein stilles Symbol: «Ich bin ein Shriner, ich stehe für Hilfe und Brüderlichkeit.»
Das Merchandise – Pins, Manschettenknöpfe, Textilien – spiegelt diese Identität wider. Jedes Stück aus dem Shrinersshop trägt das Emblem der Bruderschaft und erzählt von einer Gemeinschaft, die Spass und Ernst auf einzigartige Weise verbindet.